hybride Ausgleichung mit GNSS und terrestrischen Messungen
Hallo,
Die WGS84-Basislinien (Reihenfolge dY, dX, dZ) rechne ich mit derselben Drehmatrix um, mit der die Festpunkte ins lokal ellipsoidische System gebracht wurden (Fundamentalpunkt B = 51,3539773354°, L = 12,3740940991°), nur ohne Verschiebung. Ergebnis sind dE, dN, dh. Kontrolle: Diese Basislinien stimmen mit den Koordinatendifferenzen der lokalen Festpunkte auf unter 0,1 mm überein. Die Höhen der Festpunkte unterscheiden sich um höchstens 203,86 m, und die lokalen dh der Basislinien liegen zwischen -203,9 m und +184,7 m. Das passt also zusammen.
Bitte beachte, dass der Fundamentalpunkt - sofern Du nichts umstellst - in Neugrad (gon) einzugeben ist.
1. Im lokalen System ist dh nur Meter bis Dezimeter groß, dE und dN sind dagegen mehrere Kilometer. Bei einem entfernungsabhängigen Anteil bekommt die Höhe damit eine deutlich kleinere Standardabweichung als Ost und Nord, obwohl GNSS die Höhe in Wirklichkeit schlechter bestimmt. In WGS84 (dX, dY, dZ) ist die Verteilung eine ganz andere. Verstehe ich das richtig?
Bei Basislinien wird die Komponentenlänge als Abstand verwendet und nicht die Norm des Vektors selbst, um diese Missverhältnisse in den Längen entgegenzuwirken. Im Allgemeinen steht es Dir aber frei, individuelle Unsicherheiten zu spezifizieren, wenn Du mit einem implementierten Ansatz unzufrieden bist.
Im Wiki heißt es: "Der Abstand d zur Bildung des entfernungsabhängigen Anteils im stochastischen Modell entspricht hierbei der zugehörigen Basislinenvektorkomponente."
2. Die Korrelationen zwischen dE, dN und dh aus der GNSS-Auswertung gehen dabei verloren. Gibt es eine Möglichkeit, die volle 3x3-Kovarianzmatrix je Basislinie zu verwenden [...]?
Nein, gegenwärtig nicht. Man könnte das System aber so drehen, dass keine Korrelationen mehr auftreten. Den Aufwand würde ich aber nicht treiben.
3. Meine Datei enthält pro Basislinie etwa 1080 Zeilen (Epochen). Werden diese als unabhängige Beobachtungen behandelt, wird die Netzgenauigkeit meiner Ansicht nach viel zu optimistisch. Würdest du die Epochen vorher zu einem Mittelwert mit realistischer Standardabweichung zusammenfassen?
GNSS kommt in meinem beruflichen Alltag praktisch nicht vor, aber prinzipiell handhabe ich das bei allen Beobachtungen so, ja.
Ich hoffe, dass hilft Dir weiter.
Viele Grüße
Micha
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