Zusatzparameter (Orientierung) und Zenitdistanzen

by Heinz-Theo @, Thursday, February 28, 2019, 17:50 (26 days ago)

Hallo Micha,
wahrscheinlich kannst nur Du das beantworten.
Ich erhalte ziemlich exorbitante Werte bei der Orientierung (Zusatzparameter) in einem einfachen 3D-Netz mit 4 ziemlich symetrisch verteilten Punkten. Die Messung erfolgte automatisch in 3 Vollsätzen in allen Kombinationen mit einem Leica TS16 (2"). Anschließend wurde mit Jag3D gemittelt und die gemittelten Messungen in die Ausgleichung eingeführt. Die Standpunkte wurden vorab dreimal jeweils 2 Minuten im HEPS-Verfahren bestimmt und dynamisch (Bewegliche Anschlusspunkte 5 mm-Lage) gehalten.

Beispiel für ersten Punkt:
Wert=380.45091;sigma=2.98;a=9.81;nabla=-19549.09;nabla y(alpha,beta)=-11.56;... Tpos=42988339.67;Signifikant=true
Die anderen 3 Orientierungen sehen ähnlich aus.

Die Varianzkomponentenschätzung ist vollkommen in Ordnung und alle sonstigen Einzelparameter sind unauffällig. Allerdings gibt es für mich eine Merkwürdigkeit bei den Redundanzanteilen der Richtungen (0 von 12 sind grün, 10 von 12 sind gelb, 2 von 12 sind rot). Hast Du einen Hinweis für mich, wo das Problem liegt?

Noch eine zweite Frage:
Ungenauigkeiten bei Instrumenten- und Reflektorhöhen (Messband gemessen über Zentrierung) machen häufig Probleme bei den Zenitwinkeln. Wie behandelt man das am sinnvollsten. Ich meine, das wäre schon mal Thema gewesen, finde es aber nicht wieder.

Gruß aus Wittenberg

Theo

Zusatzparameter (Orientierung) und Zenitdistanzen

by Micha ⌂, Thursday, February 28, 2019, 18:16 (26 days ago) @ Heinz-Theo

Hallo Theo,

zunächst die Frage bzgl. Deines anderen Problems. Konnte das gelöst werden und war die portable Version hilfreich?

Beispiel für ersten Punkt:
Wert=380.45091;sigma=2.98;a=9.81;nabla=-19549.09;nabla y(alpha,beta)=-11.56;... Tpos=42988339.67;Signifikant=true
Die anderen 3 Orientierungen sehen ähnlich aus.

Die Orientierungen werden getestet gegen den Erwartungswert Null. Deine Orientierung von 380.45091 gon weicht signifikant von 0 bzw. 400 gon ab. Wenn Dein Teilkreis also verdreht ist, was wohl die Regel darstellt in einem normalen Netz, wird dieser Test also immer anschlagen. Gedacht ist der Test für die Prüfung von Azimuten (oder vororientierten Richtungen also Richtungswinkeln), die Du hier aber offensichtlich nicht hast. Insofern kannst Du diese Werte ignorieren. Grundsätzlich werden alle Zusatzunbekannte, d.h. Nullpunktabweichungen oder Maßstäbe bei Strecken, die Orientierung bei Richtungen usw., geprüft. Bei der Orientierung ist der Mehrwert dieses Tests jedoch meist gering. ;-)

Allerdings gibt es für mich eine Merkwürdigkeit bei den Redundanzanteilen der Richtungen (0 von 12 sind grün, 10 von 12 sind gelb, 2 von 12 sind rot). Hast Du einen Hinweis für mich, wo das Problem liegt?

Dieser Effekt ist unabhängig vom o.g. Test. Die Redundanz ergibt sich aus der Konfiguration Deines Netzes und der Genauigkeit Deiner (übrigen) Beobachtungen. Die Bereiche (grün, gelb oder rot) definierst Du selbst.

Ungenauigkeiten bei Instrumenten- und Reflektorhöhen (Messband gemessen über Zentrierung) machen häufig Probleme bei den Zenitwinkeln. Wie behandelt man das am sinnvollsten. Ich meine, das wäre schon mal Thema gewesen, finde es aber nicht wieder.

Die Unsicherheit bei der Instrumentenhöhenbestimmung kann in der Unsicherheit der Zentrierung berücksichtigt werden σc.

Viele Grüße
Micha

--
applied-geodesy.org - OpenSource Least-Squares Adjustment Software for Geodetic Sciences

RSS Feed of thread